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SEHENSWÜRDIGKEITEN

Geschichtliches Barockzentrum

Das geschichtliche Barockzentrum der Stadt Vukovar gibt der Stadt ein erkennbares Aussehen. Das Zentrum der Altstadt Vukovar erkennt man an Häusern mit Bogen aus der Zeit des Barocks, die im typischen Stil des Provinzbarocks von Maria Theresia gebaut wurden. Früher waren das die Handwerkerläden und die Geschäfte, die beredsam über die ökonomische Macht der reicheren Schicht des Bürgertums von Vukovar zeugten. Zum erkennbaren Barockbau der Altstadt Vukovar entwickelt sich gleichzeitig im 18. Jh. mit wahrnehmbarer Stildistinktion auch das Gebiet vom Neuen Vukovar. Die meisten Bauwerke in diesem Teil der Stadt auf dem linken Ufer von Vuka tragen Merkmale vom klaren, zurückhaltenden, spätbarocken Klassizismus. So eine abgerundete barocke Einheit ist bis heute die dominante Stilschicht vom geschichtlichen Vukovar geblieben, mit zahlreichen architektonischen Denkmälern von sonderlich großem Kunst- und Ambiente-Wert. Das enge Stadtzentrum ist als urbane geschichtliche Einheit geschützt.

Gebäude der Postkutsche (Zgrada diližansne pošte)

Das Gebäude entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jh. Es hebt sich mit der Eleganz vom langen Säulengang hervor. In diesem Gebäude war das Stadtmuseum Vukovar, aber nach dem Umzug der Heimatsammlungen in das Schloss Eltz, waren hier die Sammlung Bauer und die Kunstwerkgalerie bis zum Jahr 1990. Während der Jahre des Heimatkrieges erlitt das Gebäude schwere Schäden. Heute ist es renoviert und strahlt wieder in seiner einstmaligen Schönheit.

Gebäude des Stadtmagistrats

Gebäude des Stadtmagistrats wurde für Bedürfnisse der städtischen Selbstverwaltung im Stil der späten klassizistischen Architektur gebaut. Im Tympanon wurde das Jahr der Entstehung MDCCCXVIII (1818) und die Anschrift DOMUS OPPIDANA eingeschrieben. Die Fassade ist verspielt mit Kapitells und Pilastern. Im Erdgeschoss sind unter den Fenstern die Bogenöffnungen. Nach der Renovierung wurde darin das Kroatische Radio Vukovar stationiert.

Zentralapotheke Kirchbaum

Sie wurde 1909 im Stil des späten Historizismus mit betonten Sezessionsdetails gebaut. An der Ecke befand sich die älteste Apotheke in Vukovar, die schon seit dem Jahr 1787 an mehreren verschiedenen Standorten von der Familie Kirchbaum geführt wurde.

Grand Hotel

Grand Hotel ist das bekannteste Werk der monumentalen historizistischen Architektur. Das Gebäude wurde vom Großgrundbesitzer Paunović und nach dem Projekt des bekannten Architekten Valdimir Nikolić von 1895-1897 gebaut. Das Grand Hotel hatte neben gastwirtschaftlichen Inhalten auch einen Theatersaal. Das Hotel wurde vermietet und 1918 an den neuen Besitzer Mišo Gotfrid verkauft. Zu dieser Zeit stärkte rasch die Arbeiterbewegung und die Arbeiter wollten ein Arbeiterhaus bauen. Da das Grand Hotel 1919 erneut zum Verkauf angeboten wurde, gründen die Arbeiter die Genossenschaft Arbeiterhaus und durch den Verkauf von Genossenschaftsanteilen werden Mittel gesammelt. Sie kaufen das Grand Hotel und machen es zum Arbeiterhaus. Im Hotel hatte 1920 das II. Kongress der Sozialistischen Arbeiterpartei Jugoslawiens stattgefunden.

Alter Wasserturm

Er wurde 1913 am einstigen Marktplatz gebaut und ist eines der ältesten Objekte dieser Art in Kroatien. Die Ingenieure J. Funtak und Karlovsky haben den Bau nach dem Entwurf von J. Banheyer gemacht. Unter dem Wasserturm gibt es einen ausgebohrten Brunnen und einen unterirdischen Wasserspeicher, an der Spitze gibt es noch einen Speicher. Der alte Wasserturm ist eines der meist exponierten Motive vom alten Vukovar. Heute nimmt er den mittleren Platz auf dem Zentralplatz vor dem Hotel Dunav und dem Stadtrathaus ein. In einer absehbaren Zeit wird darin ein Infozentrum eingerichtet.

Schloss Eltz

Den Schlossbau hat der Inhaber des Vukovarer Feudalwesens, der Graf Anzelmo Kazimir Eltz, im Jahr 1749 angefangen. Anfangs wurde nur der mittlere Teil gebaut, aber später wurde das Schloss mehrmals erweitert. Schon im Jahr 1781 wurde die erste größere Erweiterung durchgeführt, und am Anfang des 20.Jh. hat das Schloss sein endgültiges Aussehen dank den Entwürfen des Wiener Architekten Siedek bekommen. Es ist groß dimensioniert, mit einer prachtvollen Konzeption, strotzt von Stildetails, aber behält die stimmigen Maße. Es zählt zu den repräsentativsten Objekten der Barockepoche auf dem kroatischen Boden. Seit dem Jahr 1968 ist im Schloss das Stadtmuseum Vukovar stationiert. Das Gebäude hat schwere Beschädigungen erlitten, aber das Schloss wurde vollständig im Rahmen des Projekts vom Europarat und Kulturministerium der Republik Kroatien mit dem Namen 'Vukovar - Vučedol - Ilok: Istraživanje - Obnova - Revitalizacija'(Vukovar-Vučedol-Ilok:Forschung-Wiederaufbau-Revitalisierung) renoviert.

Kirche der Heiligen Philip und Jakob und das Franziskanerkloster

Die Franziskaner hatten während der vielen Jahrhunderten eine wichtige Rolle im Gebiet von Vukovar. Sie haben nicht nur in der geistigen Erziehung unvergängliche Spuren hinterlassen, sondern auch im Bildungswesen und in der kulturellen Entwicklung dieser Gegend.

Die Franziskaner leben hier schon in der mittelalterlichen Zeit, als es in der Vukovo Gespanschaft sieben Franziskanerklöster gab.

Besonders wichtig war die Arbeit der Franziskaner während der Osmanischen Herrschaft, weil sie die ganze Zeit mit ihren Gläubigern geblieben sind. Unmittelbar nach dem Krieg für die Befreiung von den Türken kommen die Franziskaner in ihre alte Heimat zurück und gründen ihre Residenzen, und wirken bis heute noch sehr bemüht.

 

Der Bischof von Pécs Nesselrod hat im Jahr 1723 eine Genehmigung für Franziskaner gestattet, so dass in Vukovar eine Kirche und ein Kloster gebaut werden durften. Dann fing der Bau des monumentalen Franziskanerkomplexes an, das älteste und markanteste Bauwerk im barocken Vukovar. Die wichtigen Einheiten dieses Komplexes wurden im 13-jährigen Bau abgeschlossen, aber wegen der später dazu gebauten Klosteretagen haben sich die Arbeiten durch das ganze 18. Jahrhundert hinausgezogen. Um 1760 macht Ambrozije Janković das Ölgemälde am Kirchenaltar. Seine endgültige Form hat das Vukovarer Franziskanerkloster mit der Kirche der Heiligen Philip und Jakob nach der historizistischen Renovierung und Erweiterung der Kirche vom 1896 bis 1897 bekommen. Sie wurde nach dem Projekt des Architekten R. Jordan durchgeführt. Damals wurde die barocke einschiffige Kirche mit zwei Seitenschiffen – Kapellen - verlängert und erweitert.

 

Das Franziskanerkloster in Vukovar war das Verbreitungszentrum für Religion, Ausbildung und Kultur. Die Franziskaner waren die unmittelbaren Träger des Volksschulwesens für die katholische Jugend. Die Verwaltung der Franziskanerprovinz hatte schon im Jahr 1733 im Vukovarer Kloster das Provinzstudium der Philosophie gestartet, welches fünfzig Jahre lang gewirkt hatte. Einer der bekannten Lektoren bei der Franziskaner Lehranstalt für Philosophie war der Vukovarer Pater Josip Janković. Dank seinem Einfluss in Rom bekam er vom Papst Benedictus XIV. den Körper des Heiligen Bono Märtyrer, der nach Vukovar gebracht und in der Franziskanerkirche der Heiligen Philip und Jakob beigesetzt wurde. Von 1804 bis 1900 wirkt im Kloster, mit einigen längeren oder kürzeren Unterbrechungen, auch die Fakultät für Theologie.

 

Die fleißigen Franziskaner haben jahrhundertelang verschiedene Kunstschätze gesammelt: Gemälde, Statuen, Archivalien, Bücher und liturgisches Geschirr. Die reiche und wertvolle Klosterbibliothek war mit ihrem Lagerbestand eine der wertvollsten alten Bibliotheken in Kroatien. Sie beinhaltete 17.000 Bande und in der Klosterschatzkammer gab es prachtvolles Silber und vergoldetes liturgisches Geschirr aus dem 16. bis 20. Jh. Die Kunsgemälde von Meistern der Barockepoche und der neueren Zeit haben die Altare und die Wände der Kirche und des Klosterraums geschmückt.

 

Bis zu den Demolierungen im Heimatkrieg, als die Kirche vernichtet und gestürzt wurde und die Franziskaner verbannt wurden, war das Franziskanerkloster mit der Kirche der Heiligen Philip und Jakob das älteste gewahrte Denkmal aus der Barockzeit und überhaupt das älteste Vukovarer Bauwerk. Der Komplex wurde heute renoviert und als Kulturdenkmal der Klasse A registriert. Der Wiederaufbau wurde mit Hilfe der Spende von der Gespanschaft Zagreb durchgeführt.

 

Die Vukovarer Kirche ist mit der Länge von 58m die drittgrößte Kirche in Kroatien, neben dem Dom in Zagreb und Đakovo.

 

Palast der Gespanschaft Syrmien

Der Palast wurde von 1771 bis 1777 im Stil des klassizistischen Spätbarocks mit feinen plastischen Dekorationen an der Vorderseite gebaut. In der Mitte des makellosen, hohen Tympanons befindet sich der Wappen der Gespanschaft Syrmien, den die Kaiserin Maria Theresia 1747 an die Stadt geschenkt hatte. Das Gebäude ist mit dem Palast des einstigen Landkreises (1889-1902) verbunden. Im Hof befand sich eine Sträflingskapelle aus dem späten Barock, in der damals die zum Tode Verurteilten gebeichtet hatten. Der Komplex ist als Kulturdenkmal der Klasse A registriert. Er wurde im historischen Aussehen renoviert und der Spender für den Wiederaufbau ist die Gespanschaft Split-Dalmatien.

Geburtshaus von Lavoslav Ružička

Der erste kroatische Nobelpreisträger Lavoslav Ružička wurde in einer Handwerkerfamilie in Vukovar am 13. September 1887 geboren. Seit seinem vierten Jahr lebte er in Osijek, wo er Grundschule und Klassisches Gymnasium abgeschlossen hatte. Danach wurde er in die Technische Hochschule in Karlsruhe immatrikuliert. In fast vier Jahren beendete er 1910 das Chemiestudium und die Doktordissertation in organischer Chemie. Er befasste sich speziell mit Verbindungen, besonders mit physiologisch aktiven und duftenden Substanzen. Im Jahr 1939 erhielt er den Nobelpreis für Chemie. Im Jahr danach 1940 wurde Ružička zum Ehrenmitglied der JAZU (Jugoslawische Akademie für Wissenschaft und Kunst) und zum Ehrendoktor der Kroatischen Universität benannt. Im gleichen Jahr hat er 580 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Er starb am 26. September 1976 in Zürich im Alter von 90 Jahren.

Die Kapelle vom Heiligen Rochus

Sie befindet sich in der Straße Županijska, der Hauptstraße im Neuen Vukovar. Die Kapelle hat sich gut in den Schlosskomplex Eltz eingefügt, obwohl sie neun Jahre vor dem Schloss entstanden ist und kein Teil vom Schloss ist. Sie wurde mit Hilfe der Spende von Antun Pöhr de Rosenthall im Jahr 1740 gebaut. Sie diente als Gelöbniskapelle und zugleich auch als Filialkirche für deutsche Ansiedler in diesem Teil der Stadt. Sie hebt sich mit dem Gemälde am Altar vom Heiligen Rochus, Heiligen Sebastian und der Heiligen Rosalia hervor, die die Schutzpatrone vor der Pest waren. Der ursprüngliche Kapellencorpus aus dem Barock wurde während der klassizistischen Renovierung im Jahr 1805 mit einem Seitenoratorium und einer Sakristei erweitert. Es wurde auch ein malerischer Glockenturm abgedeckt mit Schindel gebaut. Die späteren Renovierungen wurden in den Jahren 1858 und 1904 und nach dem II. Weltkrieg durchgeführt. Der Spender für den Wiederaufbau nach dem Heimatkrieg ist Gespanschaft Šibenik-Knin.

Bećarski križ

Das ist das älteste und größte Vukovarer Straßenkreuz, nach dem die ganze Altstadt benannt wurde – Kod Bećarskog križa (bei Bećarski križ). Das Kreuz wurde im Jahr 1805 als erstes öffentliches Steinkreuz in der Stadt (die Älteren aus dem 18.Jh. waren aus Holz) aufgestellt. Schon am Ende des 19.Jh. stand um das Kreuz ein Eisengitter und innerhalb der Gitter wuchsen Zwergbäume. Mit seinen Maßangaben und rustikaler Handarbeit schien Bećarski križ als Element der öffentlichen Volksplastik, obwohl seine Profilierung und sein Dekor einen klaren Klassizismuscode tragen. Die lokale serbische Herrschaft hat das Kreuz im Jahr 1996 umgestürzt. Dieses Denkmal vom großen symbolischen und monumentalen Wert wurde als Faksimile rekonstruiert. Bei Bećarski križ wurden die ersten Mittelschulen in Vukovar gebaut, so hat auch das Vukovarer Gymnasium dort von 1891 bis 1894 gewirkt, bis zum Umzug in das uns bekannte Gymnasiumgebäude.

Kapelle der Heiligen Paraskeva an Dobra voda

Dobra voda befindet sich am Ufer von Vuka gegenüber von Adica. Ehemals war dieser Ort in Dornen verwachsen und dort war eine Weide, wo die Hirten ihre Herde zum Abweiden brachten. Hier wurde eine Quelle mit gutem und klarem Wasser gefunden und daher kommt der Name Dobra voda (Gutes Wasser). Die orthodoxen Serben haben seit eh und je Kreuze auf Wiesen und an den Quellen aufgestellt, wo sie sich zum Beten getroffen haben. Das haben sie auch hier gemacht. Im Jahr 1811 wurde hier eine Kapelle gebaut und der Heiligen Paraskeva gewidmet.

Wasserturm

Der Vukovarer Wasserturm ist 50m hoch und hat ein Volumen von 2200 Kubikmeter Wasser, er wurde Ende der sechziger Jahre in der damaligen städtischen Grünanlage und Ausflugsort sog. Najpar-bašča, am Eingang in die Vukovarer Siedlung Mitnica gebaut. Er war zufolge seiner Kapazität und Größe einer der größten derartigen Objekte in Europa. Bis zum Krieg gab es an der Spitze des Wasserturms ein Restaurant mit einer Ausschau auf Vukovar, Donau und die umgebenden syrmischen Weingärten. Während der serbischen Aggression auf Vukovar war der Wasserturm oft eine Schießscheibe für feindliche Artillerie, die ihm mehr als sechshundert Schädigungen zugefügt haben, und heute stellt er ein Symbol des Sieges und des neuen Lebens dar. Das Objekt wird nicht in seiner alten Funktion renoviert, es wird zum Memorialbereich gehören, was an die Leiden und Schmerzen erinnern wird, die Vukovar erleben musste.

Kirche des Heiligen Nikolaj

Die orthodoxe Pfarrkirche des Heiligen Nikolaj wurde in der Zeit von 1733 bis 1737 mit Elementen des völkischen Provinzbarocks gebaut. Die Ikonostase wurde 1757 aufgestellt und die Verzierungen wurden vom Osijeker Bildhauer Firtler gemacht. Die Kirche wurde mehrmals für die Bedürfnisse einer zusätzlichen Kapelle für den Heiligen Großmärtyrer Georgij mit erweitertem Chor für die serbische Singgemeinschaft Javor und ä. erweitert und umgebaut. Der letzte bedeutende Umbau datiert aus dem Jahr 1935. Im Turm neben dem Chor befindet sich ein Raum mit Kirchenbüchern und alte Büroakten aus dem Jahr 1732 und weiterhin.