Kulturelles Erbe

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Das Stadtmuseum Vukovar

Das Stadtmuseum Vukovar ist im Schloss Eltz untergebracht. Gegründet wurde es im Jahr 1946 dank einer Schenkung, bestehend aus römischem Geld, Mobiliar, Waffen und Kunstgemälden, die Dr. Antun Bauer seiner Stadt geschenkt hatte. Mit der Arbeit begann das Museum im alten barocken Stadtkern im Gebäude der Pferdekutschenpost. 1966 siedelte das Museum ins Schoss Eltz um. Bis 1990 bewahrte das Museum rund 50 Tausend Ausstellungsstücke in vier gesonderten Abteilungen in separaten Gebäuden: das Stadtmuseum mit seiner Heimatsammlung im Schloss Eltz, die Sammlung Bauer und die Kunstgalerie mit ihrer umfassendsten Kollektion moderner kroatischer Kunst im Gebäude der Pferdekutschenpost, das Lavoslav Ružička gewidmete Gedenkmuseum in seinem Geburtshaus und schließlich das Museum der neueren Geschichte im Arbeiterheim.

Während des Heimatkriegs erlitten das Schloss Eltz und die dort aufbewahrten Sammlungen große Schäden: Ein Teil des Bestands wurde völlig zerstört, ein Teil verschwand unwiederbringlich, und ein weiterer Teil wurde nach Serbien verschleppt. Nach langjährigen Bemühungen und diplomatischen Aktivitäten des Kultusministeriums der Republik Kroatien wurde dieser Teil des Bestands am 13. Dezember 2001 nach Vukovar zurückgebracht. Im Zeitraum zwischen 1991 und 1997 befand sich das Stadtmuseum Vukovar im Rahmen des Museums Mimara in Zagreb. Ende 1992 wurde eine Sammlung unter der Bezeichnung Stadtmuseum Vukovar in der Vertreibung etabliert, und so entstand aus den Schenkungen kroatischer, und daraufhin auch europäischer Künstler, eine Kollektion für die Stadt Vukovar. Bis heute befinden sich in dieser Sammlung über 1500 Werke moderner kroatischer und europäischer Kunst. Diese Sammlung stellt den Anfang der kulturellen Erneuerung Vukovars dar und fand neben allen anderen Kollektionen im restaurierten Schloss Eltz ihren Platz. Das solchermaßen restaurierte Schloss Eltz ist ein einzigartiges multimediales Zentrum mit museologischen und wissenschaftlichen Inhalten, einer Galerie und einem Multimedia-Center, in denen das kulturelle Erbe als Element der nationalen Identität und der Kontinuität des Lebens auf diesen Gebieten aufbewahrt und vorgestellt wird.

Im Jahr 2013 bekam das Stadtmuseum Vukovar für seinen Beitrag zur Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Republik Kroatien den angesehenen Preis Anton Štifanić. Für seinen Beitrag zur kulturellen Erneuerung Vukovars und seine Rolle bei der Rückkehr des Lebens in die zerstörte Stadt sowie für die Integration der lokalen Gemeinschaft in seine Arbeit erhielt das Stadtmuseum Vukovar 2016 den angesehenen europäischen Preis Silletto – EMYA.

Stadtmuseum Vukovar

Županijska 2

Tel.: 00385 (0) 032/638-470; -475

E-Mail: abrkic@muzej-vukovar.hr

www.muzej-vukovar.hr

Die archäologische Fundstätte Vučedol

Die archäologische Lokalität Vučedol befindet sich fünf Kilometer flussabwärts von Vukovar und ist eine der wichtigsten Fundstätten aus dem Eneolithikums (Spätsteinzeit). Was diese Lokalität zu etwas Besonderem macht, ist die Tatsache, dass wegen der wertvollen Funde und der Möglichkeit, auf deren Grundlage ihre gesamte Manifestation zu profilieren, diese eneolithische Kultur ihren Namen erhielt – die Vučedol-Kultur – und gleichzeitig auch ihren Ausgangspunkt darstellt.

Wegen seiner ausgezeichneten geostrategischen Lage war Vučedol ununterbrochen besiedelt. In den am tiefsten gelegenen Schichten fand man Spuren der ältesten neolithischen Kultur, die Starčevačka-Kultur genannt wird. Dennoch erfolgten die kontinuierliche Besiedlung und die Verflechtungen verschiedener Lebensweisen zur Zeit des Eneolithikums, als in einem Zeitraum von 700 Jahren die Badener-, die Kostolačka- und die Vučedol-Kultur einander abwechselten. Den Höhepunkt erreichte Vučedol jedenfalls zur Zeit der Vučedol-Kultur, deren gesamte Dauer zwischen 3000 und 2200 v. Chr. datiert wird.

Das Leben in Vučedol spielte sich auf drei Besiedlungsplateaus ab, die in einem weiten Bogen Gradac umringten, das mit seiner gesonderten Lage und seinem Aussehen nach die Bedeutung einer Akropolis besaß. Dies war die Siedlung von Landarbeitern, Viehzüchtern, Jägern und Kupferschmieden.

Die materielle Kultur, in der vor allem die Herstellung von Keramik eine herausragende Rolle spielte, zeugt aufgrund der außerordentlichen technologischen Qualität und der ästhetischen Werte von einer hoch entwickelten Zivilisation. Gekennzeichnet wird sie von großer künstlerischer Inspiration und kreativer Kraft, die einen neuen Zivilisationsverlauf anregte. Die bewundernswerte Keramik aus Vučedol ist von einer perfekten Harmonie zwischen Form und Positionierung der Verzierungen gekennzeichnet. Das bekannteste keramische Gefäß ist das Täubchen von Vučedol, einem kultischen Gefäß in Form eines Vogels, reich verziert mit Inkrustationen. Das Täubchen wurde 1938 an der Lokalität Gradac gefunden.

Zur Vučedol-Kultur gehört auch der Vučedol-Orion, der als ältester europäischer Kalender angesehen wird. Das Gefäß mit diesem Kalender wurde in Vinkovci gefunden, wo heute das Hotel Slavonija steht. Die vier Felder, in welche das Gefäß eingeteilt ist, symbolisieren die vier Jahreszeiten, und die einzelnen, systematisch sich wiederholenden Zeichen, stellen den Wechsel der Monate dar. Die Entdeckung dieses ältesten Kalenders zeugt von einer entwickelten fortschrittlichen Zivilisation und einer Kultur, die vor über fünf Tausend Jahren auf diesem Gebiet existierte.

Das Museum der Vučedol-Kultur

Zwischen 3000 und 2500 v. Chr. besiedelte eine indoeuropäische Population das rechte Donauufer weit im Osten Kroatiens. Wir kennen sie unter dem Namen Vučedol-Kultur. Die Vučedol-Kultur ist die eindrucksvollste europäische Antwort auf den historischen Zivilisationssprung, der 3000 Jahre v. Chr. mit dem Erscheinen der ersten Schrift und der Etablierung von Staaten erfolgte. Ihren hohen Standard erzielte sie zuerst auf dem Gebiet der Wirtschaft, bzw. der Viehzucht, und in ihrer klassischen Phase bei der Kupferverarbeitung, die auf dem revolutionären technologischen Prozess des Gusses in zweiteilige keramische Gussformen basiert – der erste Metallguss in Serie. Die Kultur stellte daraufhin auch die erste Bronze weltweit her.

Die Nachfrage nach Kupfervorkommen resultierte in der Ausbreitung der Vučedol-Kultur aus dem heimischen Slawonien ins mittlere und südöstliche Europa.

Die Weltanschauung der Vučedol-Kultur kann man von ihren Gefäßen ablesen – den ältesten europäischen Ideogrammen. Alle Verzierungen besitzen eine auf den Himmel bezogene Symbolik. Zu erkennen sind unterschiedliche Darstellungen des Horizonts über Gewässern, auf denen die Erde schwimmt, die tagtägliche Geburt der Sonne, die Planeten Venus und Mars und die charakteristischen Sternkonstellationen des nächtlichen Himmels.

Das Museum der Vučedol-Kultur wurde 2013 auf der Grundlage der Verordnung der Regierung der Republik Kroatien als nationales Museum gegründet. Dies ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen, Vučedol wegen seiner Bedeutung in die erste Reihe archäologischer Parks einzugliedern und in die archäologische Karte dieses Teils von Europa einzutragen. Das Museum befindet sich unterhalb des Plateaus des Weinbergs Streim, eines Teils einer vielschichtigen Siedlung, die seit dem Neolithikum bis zum Mittelalter mehr oder weniger intensiv bevölkert war.

Seit seiner Gründung bekam das Museum der Vučedol-Kultur zahlreiche Preise, und 2018 erhielt es den Jährlichen Preis der Kroatischen Tourismusverbands in der Kategorie Innovation des Jahres.

Erwachsenen, Kindern und Familien, die etwas Neues, Schönes und Interessantes erleben möchten, bietet das Museum der Vučedol-Kultur einen neuen Kosmos voller Entdeckungen und Inspiration, und zwar dank der unvergleichlichen und einmaligen Kombination seiner Lage, Architektur und angenehmen Atmosphäre, in erster Linie jedoch dank der historischen, auf eine moderne Art und Weise präsentierten Werte. Jeder Raum ist thematisch abgerundet, Sie können sehen, wie das erste indoeuropäische Haus – das geflochtene Korbhaus – aussah, den ältesten urzeitlichen Wagen auf vier Rädern, den ältesten, auf Beobachtung des winterlichen Himmels basierenden europäischen Kalender, wie die erste Serienproduktion von Metall und der ersten Bronze weltweit erfolgte. Sie können den Reichtum an Formen und Verzierungen der Keramik von Vučedol entdecken, vor Ort die Stelle besuchen, wo man das Täubchen von Vučedol – oder ist es eher ein Rebhuhn? – fand. Erfahren Sie auch etwas mehr über die Rituale der Bewohner Vučedols und sehen Sie das schönste Stiefelchen von Vučedol und das Gefäß, in dem das allererste Bier entstand!

Museum der Vučedol-Kultur

Vučedol 252

32000 Vukovar

Tel.: 00385 (0)32/373-930

E-Mail: info@vucedol.hr

www.vucedol.hr

Der historische barocke Stadtkern

Das historische barocke Stadtzentrum von Vukovar verleiht der Stadt ihr erkennbares Aussehen. Es ist flächenmäßig recht groß und schließt sowohl die Dr. Franjo-Tuđman-Straße im Alten Vukovar am rechten Ufer des Flusses Vuka als auch die Josip-Juraj-Strossmayer-Straße und die Županijska-Straße im Neuen Vukovar am linken Vukaufer ein. Der engere Stadtkern steht als urbane historische Einheit unter Denkmalschutz.

Für das Zentrum des Alten Vukovar sind die Häuser mit barocken Bögen charakteristisch, erbaut im Stil, der typisch für den Provinzbarock zur Zeit Maria Theresias war. Einst waren dort Werkstätten und Geschäfte untergebracht, die redselig die ökonomische Macht der reichsten Schicht des Bürgertums von Vukovar demonstrierten. Zeitgleich mit dem typischen barocken Aufbau des Alten Vukovar im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich mit offensichtlichen stilistischen Unterschieden auch das Neue Vukovar. Die Mehrzahl der Bauwerke in diesem Stadtteil am linken Ufer des Flusses Vuka besitzt die Merkmale eines zurückhaltenden, spätbarocken Klassizismus. Diese derart abgerundete barocke Einheit ist bis heute der vorherrschende Stil im historischen Vukovar geblieben und ist von zahlreichen architektonischen Denkmälern gekennzeichnet, die ein außergewöhnlich wertvolles künstlerisches Ambiente darstellen.

Bedeutende Bauwerke:

Das Arbeiterheim (Grand Hotel)

Das Arbeiterheim, bekannt auch als Grand Hotel, ist das bekannteste Bauwerk der historizistischen Monumentalarchitektur. Das Gebäude ließ von 1895 bis 1897 der Großgrundbesitzer Paunović als Hotel nach dem Projekt des berühmten Architekten Vladimir Nikolić erbauen. Neben gastgewerblichen Inhalten besaß das Hotel auch einen Theatersaal. Das Hotel wurde in Pacht gegeben und 1918 schließlich an den neuen Eigentümer, Mišo Gottfried, verkauft. Zu dieser Zeit erstarkte die Arbeiterbewegung und die Arbeiter wollten ein Arbeiterheim für sich. Als 1919 das Grand Hotel zum Wiederverkauf angeboten wurde, gründeten die Arbeiter die Genossenschaft Arbeiterheim und verkauften ihre Genossenschaftsanteile. Mit den auf diese Weise erworbenen Mitteln kauften sie das Grand Hotel und wandelten es in ein Arbeiterheim um. Im Hotel wurde 1920 der II. Kongress der KPJ (Kommunistische Partei Jugoslawiens) abgehalten.

Der Palast der Gespanschaft Syrmien

Der Palast wurde von 1771 bis 1777 im Stil des klassizistischen Spätbarocks, mit vornehmen dekorativen Plastiken an den Gebäudefassaden, errichtet. In der Mitte des regelmäßigen, hohen Tympanons befindet sich das Wappen der Gespanschaft Syrmien, das die Kaiserin Maria Theresia 1747 der Stadt verliehen hatte. Das Gebäude ist mit dem Palast des ehemaligen Verwaltungsbezirks (1889-1902) verbunden. Im Innenhof befindet sich die spätbarocke Verurteilten-Kapelle, in denen zum Tode Verurteilte ihre Beichte ablegen konnten. Der gesamte Gebäudekomplex ist als Kulturdenkmal der Kategorie A registriert und wurde in seiner historischen Form restauriert. Finanziert wurde die Erneuerung von der Gespanschaft Split-Dalmatien.

Der alte Wasserturm

Der alte Wasserturm wurde 1913 erbaut, wo sich einst der alte Marktplatz befand, und ist eines der ältesten derartigen Objekte in Kroatien. Die Ingenieure J. Funtak und Karlovsky leiteten die Bauoperation nach den Entwürfen von J. Banheyer. Unterhalb des Wasserturms befindet sich ein gebohrter Brunnen und ein unterirdisches Wasserreservoir. An der Spitze befindet sich ein weiteres Reservoir. Der Wasserturm ist eines der bekanntesten Motive des alten Vukovars. Heute nimmt er die zentrale Stelle auf dem Hauptplatz vor dem Hotel Dunav und der Stadtverwaltung ein.

Nicht schlecht für jemanden, der über hundert Jahre alt ist!

Das Gebäude der Kutschenpost

Das Gebäude entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ragt mit der Eleganz der langen Kolonnaden seiner Säulen hervor. In diesem Gebäude war einst das Stadtmuseum von Vukovar untergebracht. Nach der Umsiedlung der heimatlichen Sammlungen ins Schloss Eltz befanden sich hier die Kollektion Bauer und die Kunstgalerie. Im Heimatkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden. Heute ist es restauriert und erstrahlt in seiner ehemaligen Schönheit.

Das Magistratsgebäude

Das Gebäude wurde für die Bedürfnisse der Leitung der städtischen Selbstverwaltung im Stil der spätklassizistischen Architektur errichtet. Im Tympanon stehen das Baujahr MDCCCXVIII (1818) und DOMUS OPPIDANA (Heim der Städter) geschrieben. Die Vorderseite des Gebäudes ist mit verspielten Säulenköpfen und Wandpfeilern verziert. Im Erdgeschoss befinden sich unterhalb der Fenster bogenförmige Öffnungen.

Vor dem Heimatkrieg 1991 war hier das Kroatische Radio Vukovar untergebracht, das sich auch heute noch hier befindet. Während des Kriegs erklang von hier aus die mutige Stimme von Siniša Glavašević, einem Reporter und dem Redakteur des Kroatischen Radios Vukovar, der hartnäckig bis zum letzten Tag außerordentlich erschütternde und reale Berichte aus der damals belagerten Stadt in die Welt sendete.

Die Kirche des Hl. Nikola

Die parochiale orthodoxe Kirche des Hl. Nikola wurde im Zeitraum zwischen 1733 und 1737 mit Elementen des provinziellen Volksbarocks errichtet. Die Ikonostase wurde 1757 aufgestellt, die Schnitzereien führte der Osijeker Bildhauer Firtler aus. Die Kirche wurde mehrmals für die Bedürfnisse der zusätzlichen Kapelle des Hl. Erzmärtyrers Georg verbreitert und umgestaltet, der Chor wurde für den serbischen Gesangsverein Javor erweitert u. Ä. Die letzte bedeutende Veränderung erfolgte 1935. Im Turm am Chor befindet sich ein Raum, in dem seit 1732 die Kirchenbücher und alte administrative Schriften aufbewahrt werden.

Die zentrale Apotheke Kirchbaum

Sie wurde 1909 im Geiste des späten Historizismus mit betonten Jugendstildetails erbaut. An der Ecke des Gebäudes befand sich die älteste Apotheke in Vukovar, die die Familie Kirchbaum bereits ab 1787 an verschiedenen Lokalitäten leitete.

Die Kapelle des Hl. Rochus

Sie befindet sich in der Županijska-Straße, der Hauptstraße des Neuen Vukovar. Die Kapelle ist harmonisch in den Schlosskomplex Eltz eingefügt, obwohl sie neun Jahre vor dem Schlossbau entstand und nicht Bestandteil des Schlosses selbst war. Finanziert wurde sie 1740 von Antun Pöhr de Rosenthal als Votivkirche (wegen der Pest) und gleichzeitig als Filialkirche für die deutschen Siedler dieses Stadtteils. Sie enthält das Gemälde des Hl. Rochus, des Hl. Sebastian und der Hl. Rosalia, den Schutzpatronen vor der Pest, das sich am Altar befand. Der ursprüngliche barocke Korpus der Kapelle wurde bei der Erneuerung 1805 mit einem seitlichen Oratorium und einer Sakristei erweitert und der malerische, mit Schindeln bedeckte Glockenturm angebaut. Spätere Restaurationen wurden 1858 und 1904 und nach dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen. Der Stifter der Erneuerung nach dem Heimatkrieg war die Gespanschaft Šibenik-Knin.

Das Junggesellenkreuz

Das älteste und größte Straßenkruzifix in Vukovar stand Pate für den Namen eines ganzen Stadtteils im Alten Vukovar – Beim Junggesellenkreuz. Das Kruzifix wurde 1805 als erstes öffentliches steinernes Kreuz in der Stadt (die älteren aus dem 18. Jahrhundert waren aus Holz) errichtet. Noch Ende des 19. Jahrhunderts umgab eine schmiedeeiserne Einzäunung das Kruzifix, innerhalb welcher Zwergbäume wuchsen. Wegen seiner Dimensionen und rustikalen handwerklichen Verarbeitung sah das Junggesellenkreuz wie ein Element volkstümlicher öffentlicher Plastiken aus, obwohl seine Profilierung und Ausschmückungen einen klar sichtbaren klassizistischen Code besitzen. Die lokalen serbischen Obrigkeiten ließen das Kruzifix 1996 abreißen, doch in der Zwischenzeit ist es erneuert worden.

Die Kirche und das Franziskanerkloster der Hl. Philipp und Jakob

Die Franziskaner spielten auf dem Gebiet von Vukovar viele Jahrhunderte lang eine sehr wichtige Rolle und hinterließen eine untilgbare Spur nicht nur bei der religiösen Erziehung, sondern auch im Bildungswesen und der kulturellen Entwicklung dieses Gebiets. Die Franziskaner hielten sich bereits seit dem Mittelalter auf diesen Gebieten auf, als in der Gespanschaft Vukovo sieben Franziskanerkloster bestanden.

Besonders wichtig war die Tätigkeit der Franziskaner während der türkischen Vorherrschaft, weil sie die ganze Zeit über bei den Gläubigen blieben. Unmittelbar nach dem Befreiungskrieg von den Türken kehrten die Franziskaner in ihre einstigen Heimatorte zurück und gründeten ihre Residenzen, wo sie bis heute sehr fleißig aktiv sind.

Der Bischof von Pécs Nesselrod erteilte 1723 den Franziskanern die Genehmigung, in Vukovar eine Kirche und ein Kloster zu erbauen. Damals begann der Bau des monumentalen Franziskanerkomplexes, des ältesten und markantesten Bauwerks des barocken Vukovars. Die wichtigsten Teile des Klosters wurden im Laufe von 13 Jahren errichtet, doch wegen späterer Zubauten von Stockwerken zogen sich die Arbeiten am Kloster das ganze 18. Jahrhundert in die Länge.

Ambrozije Janković malte etwa um das Jahr 1760 die Ölgemälde am Kirchenaltar. Seine endgültige Form erhielt das Franziskanerkloster mit der Kirche der Hl. Philipp und Jakob von 1896 bis 1897 nach der historizistischen Erneuerung und Erweiterung, die auf der Grundlage des Projekts des Architekten R. Jordan verlief. Die barocke einschiffige Kirche wurde verlängert und durch zwei Seitenschiffe – Kapellen – erweitert.

Die Kirche in Vukovar ist mit ihren 58 Metern Länge die drittgrößte Kirche in Kroatien, gleich nach den Kathedralen in Zagreb und Đakovo.

Das Franziskanerkloster in Vukovar war der Ausgangspunkt des Glaubens, der Bildung und der Kultur. Die Franziskaner waren die unmittelbaren Träger des Volksschulwesens für die katholische Jugend. Die Verwaltung der franziskanischen Provinz etablierte bereits 1733 im Kloster von Vukovar einen Provinzstudiengang in Philosophie, der fünfzig Jahre lang bestand. Einer der bekanntesten Lektoren an der Franziskanischen Philosophischen Hochschule war der Bruder Josip Janković aus Vukovar. Dank seines Einflusses in Rom erhielt er von Papst Benedikt XIV. die Gebeine des Märtyrers Hl. Bonus, die nach Vukovar übertragen und in der Franziskanerkirche der Hl. Philipp und Jakob bestattet wurden. Von 1804 bis 1900 war mit längeren oder kürzeren Unterbrechungen im Kloster die Fakultät für Philosophie und Theologie tätig.

Die fleißigen Franziskaner sammelten über viele Jahrhunderte hindurch unterschiedliche Kunstschätze: Gemälde, Statuen, Archivmaterial, Bücher und liturgisches Zubehör. Die reichhaltige und sehr wertvolle Klosterbibliothek, deren Bestand eine der wertvollsten alten Bibliotheken in Kroatien darstellt, besaß 17.000 Bände, und in der Schatzkammer des Klosters befand sich wertvolles silbernes und vergoldetes Liturgiezubehör aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert von hohem künstlerischem Wert. Die Kunstgemälde barocker und moderner Meister verzierten die Altäre, die Kirchenwände und die Räumlichkeiten des Klosters.

Bis zu den Verwüstungen während des Heimatkriegs, als die Kirche völlig zerstört und ausgeraubt wurde und die Franziskaner verbannt wurden, war das Franziskanerkloster mit seiner Kirche der Hl. Philipp und Jakob das älteste erhalten gebliebene barocke Denkmal und das älteste Gebäude in Vukovar überhaupt. Der Klosterkomplex ist heute restauriert und als Kulturdenkmal der Kategorie A registriert.

Franziskanerkloster und Kirche der Hl. Philipp und Jakob

Samostanska 5

Tel.: 00385 (0)32/441-381

E-Mail: filipjakov.vukovar@ofm.hr; samostan@franjevacki-samostan-vukovar.hr

www.filipjakov-vu.com; www.franjevacki-samostan-vukovar.hr

Das Geburtshaus von Lavoslav (Leopold) Ružička

Der erste kroatische Nobelpreisträger Lavoslav (Leopold) Ružička wurde am 13. September 1887 in einer Handwerkerfamilie in Vukovar geboren. Seit seinem vierten Lebensjahr lebte er in Osijek, wo er die Grundschule und das klassische Gymnasium besuchte. Danach schrieb er sich an der Technischen Hochschule in der deutschen Stadt Karlsruhe ein. In knapp vier Jahren, 1910, beendete er das Chemiestudium und schrieb seine Doktordissertation in organischer Chemie. Überwiegend beschäftigte er sich mit natürlichen Verbindungen, insbesondere mit physiologisch aktiven Stoffen und Duftstoffen.

Im Jahr 1939 erhielt er den Nobelpreis für Chemie. 1940 wurde Ružička zum Ehrenmitglied der JAZU (Jugoslawische Akademie der Wissenschaften und Künste) und zum Ehrendoktor der Kroatischen Universität gekürt. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenbürger Vukovars ernannt. Ružička veröffentlichte gemeinsam mit seinen Mitarbeitern bis 1960 etwa 580 wissenschaftliche Arbeiten. Er starb am 26. September 1976 im Alter von 90 Jahren in Zürich.

In seinem Geburtshaus in Vukovar befindet sich ein Kongresszentrum, wo man Ružička, seine Arbeit und sein Werk mithilfe von Hologrammen kennenlernen kann, die dort aufgestellt sind.

Javna ustanova u kulturi Hrvatski dom Vukovar (Öffentliches Kulturinstitut Kroatisches Heim Vukovar)

J. J. Strossmayera 20

Telefon: 00385 (0)32/450-678

E-Mail: hrvatski.dom.vukovar@vu.t-com.hr

www.hrvatskidomvukovar.hr

Das Theater

Hrvatski dom Vukovar (Kroatisches Heim Vukovar) (Stadttheater)

Das Kroatische Heim in Vukovar, ein öffentliches Kulturinstitut, organisiert im Laufe des Jahres zahlreiche kulturelle Ereignisse, wie z.B. Vorstellungen, Konzerte und Ausstellungen. Das Programm dieser Ereignisse finden Sie auf der Seite www.hrvatskidomvukovar.hr

Der Bau des architektonisch ungewöhnlichen, länglichen Gebäudes des Kroatischen Heimes wurde ursprünglich 1922 beendet. Das Gebäude wurde nach dem Projekt des bekannten Architekten A. Freudenreich erbaut und befindet sich am Donauufer in unmittelbarer Nähe zum Schloss Eltz.

Nach der Erneuerung, zeitgleich mit dem Geburtshaus des Nobelpreisträgers Lavoslav Ružička, bildet das Heim eine Einheit als öffentliches Kulturinstitut.

Im Rahmen des Kroatischen Heimes ist die Theatergruppe Scena Martin aktiv.

 

Hrvatska turistička zajednica
Ministarstvo turizma RH
Grad Vukovar
VURA
Hrvatska gospodarska komora
Turistička zajednica Vukovarsko-srijemske županije